Die Algarve…Portugals südlichste Provinz. Sie nahm schon immer eine besondere Stellung ein. Unter den Mauren war sie ein eigenes Königreich und auch später hieß es “König von Portugal und König der Algarve”.

Beim großen Beben von1755, wo 2/3 des Landes zerstört wurde, hatte es die Algarve auch schwer getroffen. Kaum ein Gebäude blieb stehen und die Region rückte an den Rand des Geschehens.

Ab den 60er Jahren florierte der Tourismus…auch heute noch. Es gibt die Westalgarve mit den bizarren ockerfarbenen Felsen und ab Faro beginnt die Sandalgarve mit kilometerlangen Sandstränden.

Die Region zählt zu den wettersicheren Gebieten auf der Welt. Luft10-30°C Wasser 16-22°C und 3000 Sonnenstunden im Schnitt.

Aber bevor wir dort angekommen sind, hatten wir noch ein paar kleine Hürden zu bewältigen…

Am Sonntag verließen wir Oeiras an einem dunstigen Morgen. Unter Maschine fahrend brauchten wir 5 Stunden bis zum Hafen in Sesimbra. Da dieser Hafen sehr klein ist haben wir vorher angerufen ob sie denn Platz für uns hätten. Es hieß zur Zeit nicht aber später wollten 3 Schiffe noch ablegen.

Also los…gegen 14.30 Uhr kamen wir an und waren etwas enttäuscht. Es wurde uns, als der Ort in dem die Portugiesen Urlaub machen, angepriesen. Mit ganz tollen frischen Fisch in den Restaurants. Da wir ca 2 Km vom Ort entfernt waren, war davon nichts zu sehen. Wir bauten die Räder zusammen…und als wir in dem Ort ankamen, waren wir wiederrum froh, soweit Außerhalb zu sein. Der Strand war wegen Überfüllung geschlossen.

Wir fanden auf dem Rückweg ein kleines einheimisches Restaurant, die uns erlaubten Lili mit ein zu schmuggeln. Hunde sind eigentlich überall “Drinnen” verboten egal ob Restaurant oder Schuhgeschäft. Wir wählten unser Fisch aus der Theke aus. Ein Blaumäulchen…kannten wir vorher auch noch nicht. Er wurde, von uns  zum “Best Fish” gekürt.

Am nächsten Morgen sind wir bei dichten Nebel aufgebrochen, in der Hoffnung, dass es noch aufklart und wir die 7 Stunden bis Sines genießen könnten…hat es aber nicht. Mit einer Sicht von unter 20 Meter war es langweilig anstrengend. Die Augen mal wieder nur auf dem Bildschirm. Erst als wir in den Hafen einfuhren, konnten wir wieder etwas sehen. Am Land war es klar.

Schnell sind wir noch los und haben eine Poststelle gesucht. Dieses Mal sogar fündig geworden und zwar 3 min vor Ladenschluss. Ein kleines Päckchen für meine Tochter zum Geburtstag wollte auf die Reise. Ein kleines Geschenk, was wir auf dem Markt der Diebin in Lissabon gekauft hatten.

Sines war die Geburtsstadt von Vasco da Gama.

Leider ist der Flair der Stadt etwas vergilbt. Es wurde wohl eine Zeitlang ziemlich viel gebaut und danach verfallen lassen.

Menschenleerer Strand

Gipfelstürmer

Am Dienstag Morgen hatten wir unseren Wecker mal wieder auf 5.30Uhr stehen. Das letzte Stück der Portugiesischen Westküste ..62 sm dh 12-13 Std bis hinter dem Kap, ohne Möglichkeit Unterschlupf zu finden, stand an.

Wir wurden geweckt und der Nebel war so dicht, dass wir das Boot in der Nachbarbox kaum sehen konnten. Da wir  schon das letzte Stück so motort waren, wollte wir das nicht 2 Tage hintereinander. Also drehten wir uns nochmal um…..:))

Es war trotzdem nicht ganz angenehm in dem Hafen zu liegen. Wir hatten die ganze Nacht einen ganz schönen Schwell. Das Schiff ruckte hin und her. Ein Nachbar kannte sich aus und meinte es lag an dem Orkan vor der Irischen See. Die Ausläufer der Wellen waren bis hierhin zu spüren.

Gegen 10 Uhr morgens verflüchtigte sich der Nebel. Das gab uns die Gelegenheit unsere Teppiche mal zu schrubben und während sie trockneten machten wir einen Ausflug zum Lidl. 10% Steigung und gefühlte 20 Km(in Wahrheit 2  Km)Entfernung.

Am Mittwoch hat es dann endlich geklappt. Der Hafenmeister machte mir zwar keine große Hoffnung nebellos davon zu kommen, doch es hat geklappt. Bei schönstem Sonnenschein teils gesegelt, teils motorgesegelt(wegen der Zeit, wenn das segeln zu langsam wurde)kamen wir am Cabo Sao de Vincente, Europas südwestlichster Punkt vorbei. Die Wellen waren trotzdem beachtlich. Kaum dass wir den Kap umrundet hatten, beruhigte sich das Wasser. Wir liefen in die Bucht von Sagres ein und ließen unser Anker gegen 17.30Uhr fallen.

Heinz machte sich sofort auf dem Weg mit Lili zum Strand.

Was man vom Boot aus nicht sehen konnte, war die leichte Brandung. Als Heinz versuchte anzulanden, kam eine große Welle und schmiss das Schlauchboot auf und über ihn. Pudelnass und ziemlich sauer über 2 tatenlose, lachende Urlauber, kam er wieder. Ich konnte so gerade noch seine Laune mit Kartoffelpü, Würstchen und Sauerkraut retten.

Es war danach ein Bilderbuch Abend vor Anker….

und noch was…

unsere undichte Stelle ist gefunden

neuer Lieblingsplatz..auf dem Rad

bei der Arbeit:)

Kategorien: Logbuch 2018

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.