In Saintes-Maries-de-la-Mer hatte es uns so gut gefallen, dass wir einen Tag noch verlängert hatten. Wir wollten noch ein bisschen die Camargue erkunden. Erst einmal sind wir mit dem Rad durch das Schwemmland gefahren. So um die 8 Km den Petit Rhone hoch. An diesem Tag war es etwas bedeckt und so waren die Temperaturen zu ertragen. In der prallen Sonne hätten wir uns das nicht angetan. Unterwegs sahen wir dann auch die Zuchtstiere, Flamingos und natürlich die Pferde, wofür sie auch bekannt sind.

Später machten wir noch einen Spaziergang durch das quirlige Örtchen auf dessen Kirchendach man steigen kann um eine bessere Aussicht auf das Umland zu haben.

Erst als ich oben war sah ich dass man das Dach bis zur First hochklettern muss.Eigentlich nicht mein Ding aber nun war ich oben und Heinz wartete unten mit Lili. Augen “zu” und durch…

Am nächsten morgen hatten wir einen langen Schlag nach Marseille. Die Windvorhersage hatte mal wieder zu viel versprochen. Ohne Motor wäre einfach kein vorwärts kommen. Das hieß den ganzen Tag den Motorlärm ertragen.

Zur Abwechslung bekamen wir immer wieder Besuch von Libellen. Lili findet es nicht immer witzig wenn sie sich so frech vor ihr auf die Reilling setzen…aber immerhin besser als Delfine zu sichten. Ich wusste gar nicht dass sie so weit hinaus fliegen können

Marseille ist wieder eine ganz andere Welt…halt Großstadt. Sie hat einen riesigen Stadthafen. Ich glaube es sind tatsächlich vier Marinas, die das ganze Verwalten. Es ist auf jeden Fall der größte Stadthafen, den wir gesehen haben. Marseille ist auch eine alte Seefahrerstadt und Zentrum für Einwanderung und Handel. Es gibt die Stadt schon seit 600 v Chr.

Uns war es mal wieder zu groß, zu laut, zu warm und zu voll…aber das ist ja immer so wenn die Städte so groß sind. Die Kathedrale hat uns sehr beeindruckt. Der gesamte Boden war mit Mini Mosaik ausgelegt. Eine Wahnsinnsarbeit.

Von der Freundlichkeit beim ankommen sind wir immer wieder enttäuscht oder auch von der Spaniern zu verwöhnt. Wenn man einen Hafenplatz reserviert hat, meldet man sich kurz vor der Einfahrt über Funk. Normalerweise bekommt man dann eine Anweisung. Entweder zu warten oder am Anmeldesteg fest zu machen oder man wird zum Platz gewiesen. Hier mal wieder keine Antwort über Funk(gehört hatte er mich aber schon). Dann sind wir etwas gekreist bis wir den Anmeldesteg zwischen den vielen ein- und auslaufenden Booten gefunden hatten. Im Büro hatten sie mich aber schon erwartet…denn ich wurde mit Dar Melica angesprochen. Sie sprachen natürlich nur französisch und auf meine Frage ob jemand mit der Mooring(Hilfsleine die man sich angeln muss beim anlegen) hilft…..No! Wie ich aber später sah, halfen sie ihren Landsleuten schon….egal

Marseille vorgelagert liegt die Iles du Frioul mit einem Hafen. Mal wieder haben wir uns von Peter und Inga verabschiedet. Sie wollten dort noch eine Nacht verbringen.

Wir hatten kein bestimmtes Ziel, nur ein Stück weiter kommen und vor allen Dingen raus aus der Hitze. Auf dem Wasser ist die Temperatur besser zu ertragen. Die Häfen, die infrage kamen, nahmen keine Reservierung an.

Also fuhren wir einfach los. Nach 4 bis 5 Stunden kamen wir an einer schönen Insel vorbei und entschieden uns spontan dort zu ankern. Es war ein Traum. Wir sprangen ins Wasser (auch Lili)

und warteten bis um ca 18 Uhr die Fähren die ganzen Touris abgeholt hatten. Das einzige Restaurant machte die Schotten dicht und wir konnten in Ruhe die Insel erkunden…toll.

Wie fast immer waren die Inseln in den Kriegszeiten strategisch wichtige Standorte. So findet man überall Bunker und sonstiges. Die Nacht war durch Schwell etwas unruhig aber kein Vergleich zu Tamariu.

Am nächsten Tag wollten wir nach Bandol. Auch dort bekamen wir eine Absage wegen Überfüllung. Dort gegenüber war aber auch wieder eine schöne Ankerbucht und so genossen wir das baden im glasklaren Wasser.

Am Montag haben wir ein bisschen Gas gegeben, denn für Dienstag war Mistral angesagt. Das ist der NW Wind der aus dem Rhone Delta heftig bläst.

erst ein komisches Gebäude ohne Zufahrt
..dann kreuzt uns dieser hier

Erstens wollten wir nicht durch den Mistral aufgehalten werden und zweitens müssen wir uns ein bisschen sputen. Wie wir erfuhren bekommen wir ende August Besuch von Kathrin Rainer und Sebastian in La Spezia…deshalb wird’s Zeit etwas voran zu kommen. Also fuhren wir praktisch um die Ecke, vorm Mistral weg.

Da wir wieder kein Hafen mit Platz gefunden hatten aber eine tolle geschützte Bucht, sind wir dorthin gefahren. Über Nacht kamen dann doch noch heftige Böen rein aber der Anker hielt gut.

Am nächsten Morgen nutzten wir den mittlerweile tollen Wind um die 42 sm nach Cannes zu segeln. Leider hatte das auch nur bis zum Mittag geklappt, denn dann schlief der Wind ein und unser Moppel musste helfen.

Das ist im Moment nicht ganz so gut aber leider unvermeidbar. Unsere Wellendichtung macht schlapp und wenn der Motor läuft tropft Wasser in die Bilde. Morgens bevor wir losfahren müssen wir die Bilge trockenlegen. Erst reichte es ein paar Zewas zu nehmen. Nun sind es schon 2 Becher voll. Wir hoffen das Problem in der nächst größeren Stadt erledigen zu können. Wir brauchen das Ersatzteil und die Reparatur ist etwas schwierig denn dafür muss das Schiff ausgekrant werden.

An St Tropez vorbei kamen wir in Cannes am Abend an.

Ich kannte es von einem früheren Besuch. Oder dachte es zumindest…In der Vorsaison ist es völlig anders. Damals kam es mir kühl, weitläufig,kahl ja fast steril vor. Jetzt in der Hochsaison voll, quirlig und pulsierend.

Überraschend waren die Hafengebühren. Wie auch in Marseille, zwei bekannte Städte fielen sie sehr niedrig aus. Knapp über 30€/Nacht und das in der Hochsaison.

Ab Cannes ging es mit Schicki Micki richtig los. Eine Yacht größer als die andere. Wer etwas auf sich hält hat auch einen Heli auf dem Deck. Überhaupt fliegen ständig Hubschrauber rum. Lili gefällt das garnicht. Alles was von oben kommt und laut ist…ist nicht gut.

In Cannes wären wir gerne noch einen Tag länger geblieben aber es war leider ausgebucht. Nicht wegen der High Society, sondern weil sich so der weitere Abend und nächste Morgen sich etwas hektisch gestaltete…duschen, Ort besichtigen, Boot reinigen und einkaufen.

Hmm…dachte sowas gibts nur in Flugzeugen(Notausgang)

Gegen Mittag fuhren wir weiter zu unserem nächsten gebuchten Hafen.

Gerne wären wir auch nach Nizza gefahren aber auch dieser Hafen voll und davor zu ankern wäre recht unruhig gewesen. Gleich hinter der Bucht von Nizza durften wir die Nacht in Beaulieu-sur-Mer verbringen.

Ein richtig idylischer Ort…sehr nett und ruhig. Später genossen wir den Abend auf dem Marktplatz bei Livemusik und ein zwei Bierchen:))

Heute müssen wir leider wieder Motoren. Um 11 Uhr passierten wir die Grenze zu Italien vorbei an Monaco und Monte Carlo und Sanremo. Was ein Anblick auf Monaco.

Monaco

Eine geballte Ladung Hochhäuser, Megayachten und der Himmel voller Hubschrauber. Jetzt 5 sm weiter ist alles wie beim alten:))

Sanremo

toller Berg…irgendwo unterwegs
Kategorien: Logbuch 2019

1 Kommentar

B&B. · 22. August 2019 um 15:21

Hallo ihr Beiden. Endlich konnte ich mal wieder lesen. Wir waren 1 Woche arbeiten in Vechta,
und ein paar Tage Urlaub in Bad Zwischenahn. Es war richtig schön dort.
Eure Reise gestaltet sich ja hervorragend. In St.Marie de la Mere,Marseille war ich mal mit 16, also “kürzlich “😊aber ich denke, es ist jetzt anders…..
Also lasst euch nicht von den Südländern ärgern.
Gute Fahrt 🌊😁🌊

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