Kaum das wir den Anker unten hatten ging das Unwetter auch schon los…eine ordentliche Süßwasserdusche fürs Böötchen. Am späten Nachmittag konnten wir unser Dinghi trockenlegen und an einem bewachten Steg anlegen. Die Leute waren sehr nett und warnten uns vor der Gefahr Nachts das Dinghi im Wasser zu lassen. Es würden immer wieder welche geklaut und erst recht so schöne neue. Komischer Weise kamen am Abend zwei junge Männer zu unserem Boot geschwommen. Es war eine lange Schwimmstrecke aber Lili hat sie ordentlich verbellt. Nachts haben wir dann zwar doch das Dinghi im Wasser gelassen aber es mit einem Stahlseil gesichert. In der Nacht hatte es aufgebriest und wir wurden ständig von den Böen geweckt. Morgens dann etwas gerädert aufgestanden. Es war sehr windig aber Gottseidank ablandig dh ohne Welle. Unser Anker hielt gut also machten wir uns auf nach Pompeji.

Erst 15 min zu Fuß zum Bahnhof. Dann ca 1 Std mit dem Zug (12€ für 2 Personen + Hund, hin und zurück)nach Pompeji. Einmal Shuttle Taxi (3€/ Person)für 1,5 Km und schon waren wir da..

Ständchen aus einer Oper

Ich hatte natürlich schon von Pompeji gehört, sogar als Kind fasziniert ein Buch darüber gelesen. Aber ich hatte trotzdem keine wirkliche Vorstellung davon was uns erwartet.

Zebrastreifen:))…wirklich!!
eine Kunst Säulen zu bauen

Es ist ein riesiges Gelände, halt eine ehemalige Stadt. Einige Ecken davon sind auch noch nicht freigegeben denn es wird nach wie vor dort gearbeitet.

noch nicht freigegeben
Reihenhaus Siedlung

Die Stadt ist einige Jahrhunderte vor Chr. gegründet worden und wurde 62 n Chr durch einen Erdbeben fast ganz zerstört. Aufgrund der damaligen blühenden Wirtschaft auch schnell wieder aufgebaut. 79 n Chr zur Überraschung der Bewohner innerhalb weniger Stunden begraben. Sie hatten den Vesuv für einen ganz normalen Berg gehalten bis zu diesem Moment. Es gab wenige Überlebende.

Der Vesuv
eins der Tempel
Therme

1592 wurden die ersten Gebäude beim Bau eines Kanals entdeckt. 1748 begannen aber erst die ersten Arbeiten. Damals dachten sie dass es das antike Stabiae wäre. Ab 1860 wurde es wissenschaftlich.

Tempel

Es war sehr interssant zu sehen wie die Menschen vor ca 2000 Jahren gelebt haben.

die durch Menschen entstandenen Hohlräume wurden mit Gips ausgegossen
so konnten sie Mensch und Tier darstellen

Nach 4-5 Std rumlaufen waren wir k.o. und beschlossen den Rückweg anzutretten. Der Shuttle Fahrer wollte nun 5€ /Person (mit einem grinsen)für die Rückfahrt. Also wenn ich so offensichtlich verar..*?# werde, schalte ich auf stur zu Heinz Leidwesen. Wir liefen das Stücksken zurück.

Am Boot angekommen hatte der Wind noch weiter zugelegt. Etwas später hatten wir Böen von 32 Kn Es war nicht beängstigend, der Anker hielt und wie gesagt hatten wir keine Welle aber es war nervig und laut. Mit der nötigen Bettschwere durch das viele umherlaufen und dem wenigen Schlaf von letzter Nacht konnten wir trotzdem einschlummern.

Dieser starke Wind hielt bis zum späten Vormittag an. Als es etwas schwächer wurde entschlossen wir uns ein Häuschen weiter zu ziehen und auf der anderen Seite der Bucht in einem Hafen zu gehen. Der Wind sollte drehen und dann würde es richtig ungemütlich werden.

Die Überfahrt nach Agripoli war schon seltsam. Wir fuhren mit ordentlichen Wind los (achterlich) Der wurde dann so stark dass wir reffen(die Segel verkleinern ) mussten. Dann schlief der Wind ein und wir bargen das Vorsegel und fuhren mit Maschine. Nach 30 min bekamen wir erst eine Welle von vorn dann den Wind. Wir konnten am Wind segeln…kurze Zeit später mussten wir wieder reffen. Wir waren gut beschäftigt…

Zwischendurch schafften wir es in unserem Revierführer zu lesen. Darin stand dass es dort einen “Kommerziellen” Steg gäbe, an dem man 24 Std umsonst festmachen kann. Lediglich 5€ Anlegehilfe und Wasser und Strom extra. Wir telefonierten mit dem Marinero, der leider nur italienisch und kein Bröckchen englisch deutsch oder spanisch sprach. Mit hängen und würgen verstand ich dass wir kommen konnten. Es wäre frei und auch kostenlos. Ich sollte nur kurz vorher telefonieren.

Gesagt, getan aber leider war Schichtwechsel und der Kollege verstand noch weniger. Wir zogen Kreise im Hafen und warteten. Dann winkte uns eine Frau zu, die uns ein Platz zuwies. Wie sich später herausstellte war es ein Platz von einem der Vereine und natürlich kostenpflichtig, aber egal , fest ist fest. Wir konnten duschen gehen, Wäsche waschen, Boot putzen und Abends zur Belohnung Pizza essen gehen:)))

Am nächsten Morgen mussten wir weiter ziehen sonst hätten wir die folgenden Tage dort festgesessen. Wir fuhren, obwohl wir den Ostwind gegenan hatten aber recht schwach, los. Die Idee war nicht soo schlecht, das blöde war nur das die Vorhersage nicht gepasst hatte. Die ersten Stunden hatten wir auch 6 Kn aber danach gings hoch auf 18Kn. Wir hatten noch Glück, dass wir den Kurs so gerade noch auf der Kante segeln konnten. Wir schauen uns immer mehrere Wetterberichte an aber leider haut es nicht immer so hin wie vorhergesagt. Gegen 17 Uhr waren wir an dem gewählten Ankerplatz.

Dort angekomen lag noch eine weitere Yacht vor Anker. Als wir gerade fest waren stürtzte eine Frau an Deck und schrie einen Namen…schaute immer wieder über die Reiling…hysterisch…bekrezigte sich und schrie und schrie… Wir fuhren sofort mit dem Dinghi rüber und fragten was passiert wäre. Sie, Italienerin machte uns klar das der Skipper weg wäre und der Anker nicht hielt. ???Wir hatten keinWind und ich versuchte sie zu beruhigen dass der Anker in Ordnung wäre. Da kam noch ein italienisches Boot, von ihren schreien aufgeschreckt an. Sie redeten auf die Frau ein. Kurz darauf kam der Skipper ganz normal von seinem kurzen schnorchel Ausflug zurück. Wir glauben, die Frau hatte etwas zu tief ins Glas geschaut oder so…Auf jeden Fall war ich erst sehr erschrocken und dann froh dass kein Unglück passiert war.

Für den nächsten Morgen der sehr gewitterig und regnerisch sein sollte ließen wir es offen ob wir weiter fahren würden.

Nun sind wieder 2 Tage vergangen in dem ich es nicht geschafft hatte den Blog runter zu tippen. Also morgens wurden wir mit so einem heftigen Gewitter geweckt, dass wir als erstes den Motor gestartet haben. Die Funke und Handys in den Backofen verstaut haben und nur noch warten konnten. Nach dem Gewitter kam der Regen und unsere Entscheidung zu bleiben. Später am Nachmittag konnten wir aber auch schon wieder schwimmen gehen bei 27°C Luft und Wassertemperatur. Es baute sich dann ein unangenehmer Schwell auf . Wir verlegten uns ca 100 m weiter hinter einer kleinen Mauer. Bis zum frühen nächsten Morgen waren wir vom Schwell geschützt. Kurz nach 7 Uhr gingen wir Anker auf und segelten 9 Std bei sehr hohen Wellen nach Cetraro. Dort erholen wir uns jetzt ein paar Tage.

Wir haben Herbstanfang und die Wetterlage ist wohl dafür auch normal. Tagelang hatten wir kein Wind und jetzt teilweise Zuviel. Die Gewitterneigung nimmt zu und es nicht jeden Tag möglich weiter zu fahren….müssen wir auch nicht. Die Temperaturen von 25-27°C sind wesentlich angenehmer zu ertragen, als die Hitze. Jetzt haben wir noch ca 300 sm bis zu unserem Winterlager

Lili hilft bei den Ausgrabungen :))
Schlange vor dem Bordell…Point of interest
Kategorien: Logbuch 2019

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