Am Samstag gegen 18 Uhr erreichten wir die kleine Insel Giglio. Auf der Ostseite befindet sich der Hafen, dahinter in der nächsten Bucht eine Ankermöglichkeit.

Als wir ankamen war die Bucht schon recht voll. Einige holten aber auch schon den Anker auf sodass wir noch ein Plätzchen fanden. Der mögliche Ankerbereich ist von der einen Seite durch den Badebereich begrenzt und auf der anderen durch stark abfallenden Grund. Unser Anker lag auf 15 Meter tiefe. Als noch einige weitere Boote abfuhren konnten wir auch vernünftig Kette runterlassen. Dann schläft es sich besser. Nachts waren wir nur noch zu dritt.

Gegen Morgen hatte es etwas aufgebriest. Der Schwell wurde schon unangenehm und kam direkt in die Bucht.

Der Wind sollte aber später auf West drehen, dann wären wir durch die Insel gut geschützt. Wir liefen also los Richtung Hauptort und Hafen.

Der Ort war sehr malerisch.

Oben im Hinterland befindet sich eine Festung, die wir besuchen wollten. Zur Zeit der Piraten war das ein Rückzugsort für die Bevölkerung. Leider weigerte sich der Busfahrer, die Bestie Lili, ohne Maulkorb mitzunehmen. Das ist, wie wir erfahren haben, Gesetz in Italien. In dem kleinen Laden im Ort gab es nur einen Maulkorb in dem, Lili ganz hinein gepasst hätte….Egal…5 Km Bergauf bei der Hitze war uns das dann auch nicht wert.

Allgegenwärtig ist das Unglück der Costa Concordia, die hier vor dem Hafen auf Felsen aufgelaufen war. Eine Gedenktafel mit den Namen an der Kaimauer und in der Kirche ein Gemälde von dem Unglück.

Wir schauten auf unser Wetter App und stellten fest, dass der starke Wind , der für Dienstag auf Mittwoch vorhergesagt war nun heute Nacht kommen würde. Wind von 35 Knoten an einem unsicheren Ankerplatz fanden wir dann doch ein bisschen zu spannend und fragten im Hafen nach einem Liegeplatz.

da wars noch ruhig

Der Hafen sah durch die einlaufenden Fähren etwas unruhig aus aber ansonsten lagen die Boote gut.

Wir kehrten um, um unser Böötchen zu holen. Einmal über den Berg und “schon” waren wir da. Mit erschrecken mussten wir feststellen, dass der Wind nicht wie vorhergesagt gedreht hatte. Es stand nun eine ordentliche Welle in der Bucht und unser Böötchen hatte sich der Felswand bedrohlich genähert. Unsere Schritte wurden immer schneller..Wir fuhren mit dem Dinghi zurück und legten sofort ab….Puh…

da waren die Felsen noch weit weg

Ein paar Minuten später im Hafen angekommen, war es ein taktieren(ein uns auslaufende Fähren) um anzulegen. Der Marinero interessierte sich mehr für sein Handy als zu helfen, was das anlegen bei den mittlerweile heftigen Böen nicht leicht gestaltete. Nach einer Weile waren wir fest und wir genossen den Abend in der Gewißheit “safe” zu sein

Aber dann…. der Wind nahm zu, der Schwell leider auch. Dem Nachbars Festmacherleinen knarrten so laut und die Schoten schlugen hämmernd gegen den Mast, so heftig, dass sich die anderen schon beschwerten. Letzendlich ist einer der Nachbarn an Bord gegangen und hat die Leinen weggebunden. Das knarren hörten wir aber die ganze Nacht. Bis 1 Uhr morgens waren wir mit Fender beschäftigt um das bockende Böötchen zu schützen. Was ne Nacht…

Am nächsten Morgen wollten wir bloß nur noch weg. Der Wind war abgeflaut aber die See war noch ganz schön aufgemischt. Wir hatten noch ca 2 Meter Wellen und sie kamen von allen Seiten.

aufgeraute See

Im Laufe des Tages wurde es immer besser. Mit dem auslaufen von Giglio verließen wir auch die Toskana.

Wir steuerten Civitavecchia an, ein großer Handelshafen in dem mehrere Kreuzfahrschiffe und Fähren zusätzlich Platz haben.

Ganz am Ende des Hafens befindet sich eine klitzekleine Marina, die von einem Segelclub geführt wird.

Wir mussten bei der Einfahrt warten bis ein Frachtschiff angelegt hatte. Dann fuhren wir zur Marina. Wir versuchten zu telefonieren und auch zu funken, bekamen aber keine Antwort. Völlig kaputt, graute es uns nach 9 Stunden “Waschmaschine” wieder weiterfahren zu müssen, als uns endlich jemand zugewunken hatte. Wir bekamen einen tollen ruhigen Platz zugewiesen. Das haben wir gebraucht. Am ersten Tag erkundeten wir nur etwas Civitavecchia aber vorallem erholten wir uns von den Strapazen.

Bausünden

Nachdem wir auch ein Maulkorb für Lili erworben hatten(und eine kleine Tasche für mich…zur Belohnung)stand für Rom nichts mehr im Wege.

Um 9 Uhr morgens kauften wir 2 Tickets hin+rück+Hund für 18€. Der Ticket Mensch meinte der Zug müsste da sein…Beeilung !Wir schauten, ja Gleis 3, Rom. ..stiegen ein und freuten uns das alles so gut klappte….bis die Schaffnerin kam….Ticketkontrolle..

Wir waren im falschen Zug!!! Ich bekam einen Schrecken und sah uns schon in Pisa…Nein, das war der Schnellzug nach Rom, nicht der Regionalzug. Ich erklärte, aber sie meinte das würde 22€/Person Nachzahlung bedeuten. Wir beschwerten uns darüber und sie ließ Gnade vor Recht walten:)) und wir waren in der halben Zeit in Rom. Dazu kam, dass wir feststellen mussten, dass der Ticketmensch uns Lili nicht berechnet hatte und sie somit Schwarz fuhr. Aber sie verkriecht sich immer unter dem Sitz, sodass man sie weder sieht noch hört.

Ja, und dann kam Rom…die ewige Stadt. Uns war klar dass wir nur einen groben Eindruck bekommen konnten. Wir kauften 2 Hopon/Hopoff Tickets und blieben die erste Runde sitzen und ließen uns berieseln. In der zweiten Runde stiegen wir am Trevi Brunnen

und der spanischen Treppe aus.

Seit neustem ist es Verboten sich irgendwo hinzusetzen. Überall verteilt sind Polisten postiert die mit Trillerpfeiffen erschöpfte Touris verscheuchen. Heinz natürlich auch, der sich wahrscheinlich mit Absicht sich am Brunnen hinsetzte um lili zu baden;)

unschuldig:)

Den nächsten Stopp machten wir beim Vatikan.

Der Platz vor dem Petersdom, die Engelsburg

etc waren schon sehenswert aber auch die Menschenschlangen die sich davor gebildet hatten. Für mich unvorstellbar mich dort anzustellen. Irgendwie ist bei mir der “GeduldsGen” für solche Sachen nicht vorhanden.

Insgesamt waren die Bauwerke und Wunderwerke aus der früheren Antike, die Statuen und Monumente, die sakrale Kunstwerke und vorallem auch die wahnsinnig vielen Brunnen sehr eindrucksvoll. Ich habe gelesen dass Rom sehr schwierig zu erkunden ist weil kein Gesammtkonzept existiert. Es ist eher ein puzzle aus Geschichte Kunst und Bauwerken. Wir sind einfach durchgeschlendert. Haben alles auf uns zukommen lassen, auch den Tiber und die kleinen Gassen. An jeder Ecke gibt es etwas zu sehen. Eigentlich schon fast Zuviel.

Wie immer hatten wir wenigstens 2 Tage uns vorgenommen aber Abends waren wir uns und Lili wieder schnell einig, dass es für einen ersten Eindruck reichte.

Die nächste Nacht verbrachten wir ankernd in Fiumicina. Einen Hafen den sie 2013 zu bauen begonnen hatten aber aus irgendwelchen Gründen die Arbeit eingestellt wurde. Ein netter Platz für die Durchreise.

Nun geht’s immer weiter Richtung Süden…

Hier noch ein Paar Eindrücke..


Aladin macht sich fertig
das beeindruckende Kolosseum
eine Abkühlung für Lili

Kategorien: Logbuch 2019

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