In Tanger hatte sich an der Situation nichts geändert. Heinz hatte nach wie vor Hausarrest und so ein Pech….am Dienstag konnten wir noch nicht weiter. Wir hatten Ostwind und nicht wenig. Aber am Mittwoch war die Gelegenheit. Ein Tag Westwind. Das mussten wir nutzen sonst wäre Heinz durchgedreht. Er war wie ein Tiger im Käfig. Ist auch blöd…er konnte noch nicht einmal mit Lili im Hafen spazieren gehen,er musste an Bord bleiben. Ich bin gegen Mittag zum Supermarkt gegangen, da wir kein Brot mehr hatten und Heinz hat alles Edelstahl auf Hochglanz poliert. Hatte doch etwas gutes:))aber pssst…

Um die Strömung gut abzupassen haben wir den Wecker auf 6 Uhr gestellt. Am Vortag bezahlt und klar gemacht, dass ich ausklarieren kann um diese Zeit.”Kein Problem” hieß es “Wir sind 24 Std da”

Um 6.30 Uhr sind wir zum Büro gegangen. Nee…so nicht. Wir müssten erst das Boot zum Anmeldesteg verlegen…Ok, dann halt so.

7 Uhr wieder mit dem Pass dorthin. Dieses mal behielt er den Pass und meinte bevor er den Stempel geben könnte, müsste erst der Zoll dagewesen sein. Dann würde ich den Pass wieder bekommen. Auf die Frage wann der Zoll denn käme…so 10 min…

7:30 Uhr nachgefragt…noch 20 min…Ich war schon sauer…Wollte sagen, dann behalt ihn doch, habe noch einen;)

8:30 Uhr Zoll kam, ich bekam mein Pass. Juuhuu also los…..Nein….wir mussten nun auf die Gendarmerie warten…Grrrr….Wann?….in 20 min…..WO ist die versteckte Kamera??

9:00 Uhr wieder Wann?….in 10 min

9:30 Uhr Gendarmerie Männchen kam, ging einmal die Treppe runter, fragte ob wir etwas schmuggeln, Nein? dann Aufwiedersehen. Heinz meinte uns bestimmt nicht, nie wieder. Ich dachte bloß weg hier bevor Heinz noch verhaftet wird……9:45 Uhr endlich los.

Bei diesem Aufenthalt können wir Tanger leider nicht beurteilen. Den Aufenthalt in der Marina schon. Sie ist ganz neu dh 7 Monate alt. Es wird auch noch drumherum viel gebaut. Im Moment ist sie noch ziemlich leer. Da es kein EU Land ist, ist die Bürokratie ziemlich anstrengend. Das mit dem Pass war unsere Schuld und auch Pech aber wenn man bedenkt dass wir 3 Std gebraucht haben um auszuklarieren, möchte ich nicht wissen, was wäre wenn der Hafen voll wäre und 20 Boote ablegen wollten. Spätestens dann würde das System zusammenbrechen. Die Stege, selbst der Zaun wurde täglich geputzt aber auf der anderen Seite waren die Duschen, einige Lampen, Stromsäulen und Stecker kaputt. Das Wifi auch nicht stabil. Egal, Heinz werde ich da nicht mehr hinbekommen.

Über Ceuta haben wir uns informiert und es hörte sich auch nicht wirklich einladend an. Vielleicht ein guter Standort um Innlandausflüge zu machen aber das hatte sich ja erledigt. Also wurde es gestrichen und wir steuerten Gibraltar an.

Als wir aus der Bucht von Tanger kamen schlief der Wind ein, dafür wurden die Wellen immer höher und kamen aus allen Richtungen…verückt. Wir konnten nur noch die Segel bergen, denn das schlagen war nicht mehr schön. Unter Motor bockte das Böötchen trotzdem noch aber nicht mehr so laut. Wir fuhren parallel zum Verkehrstrennungsgebiet(Autobahn der Dickschiffe- runter eine Spur-rauf eine Spur) Auf einmal kam der Wind wieder und wir holten nur die Genua(Vorsegel) raus, denn der Wind kam achterlich(von hinten). Mit der starken Strömung kamen wir auf 8,5 Kn-9Kn über Grund. Es ging gut ab.

Als wir am VTG vorbei waren, wollten wir die Bahn kreuzen um Gibraltar anzupeilen. Da ging es wieder mit dem taktieren los. Wann ist ein guter Zeitpunkt um die erste Seite zu schaffen? Aber auf einmal drehte der Wind in 5er Schritten auf…12Kn, 17Kn, 23 Kn…zum Schluß hatten wir 27-28 Kn und in Böen 31Kn.

Jetzt war es schwierig den Kurs zu halten, denn wir hatten die Welle genau auf der Seite. Aber das reichte noch nicht. Die Spannung wurde noch etwas dadurch erhöht dass 2 Tanker immer mehr abfielen und somit auf uns zukamen. Als wir die beiden hinter uns hatten(sie kamen recht nah)liefen wir in die Bucht ein. Wir konnten etwas abfallen und die Loge zeigte tatsächlich einmal 11,2Kn Fahrt über Grund. Ich wusste gar nicht dass die Anzeige 2-stellig ist. Normal haben wir höchstens 7 Kn , selten mal mit Strömung 8Kn. Der Wind wurde einfach nicht weniger. In der Bucht ankerten viele Dickschiffe. Es war schwierig zu sehen welcher ankerte und welcher gerade losfuhr.

Blick von oben

Dazu kamen die Katamarfähren, die eine Riesenwelle schmissen. Als dann der Hafen immer näher kam wurden die Wellen erträglicher.

Eine Herausforderung war noch das Anlegen an einer hohen Betonpier zum Anmelden. Bei 1 Meter Welle bockte das Böötchen etwas an der Wand. Dann mussten wir mit den Papieren zur Anmeldung. Mit Höckerchen und zwei helfenden Händen habe ich es geschafft, den Meter Höhenunterschied zu überwinden. Ja man wird einfach älter;)

Dann zu guter Letzt noch den Anleger bei Seitenwind und Strömung. Als wir dann endlich fest waren fiel uns ein Stein von Herzen.

Im Hafen trafen wir auch einen anderen deutschen Segler. Er wurde auch von Wind und Wellen überrascht(es war auch so nicht vorhergesagt) und ist nach dem Auslaufen aus Gibraltar wieder umgekehrt und hat seinen alten Platz wieder eingenommen. Leider hatte sich sein Freund verletzt. Das war uns gottseidank erspart geblieben.

Marokko hinter den Wolken

Gibraltar, das ist mal wieder so ein Ziel oder besser gesagt ein Zwischenziel, das man geschafft hat:)) Nungehts ins Mittelmeer ….bis wir haben keine Mittel mehr.

vom Foto abfotografiert

Der Fels ist ganz schön beeindrückend (426mhoch)

Heinz ist mit dem Cable Car hochgefahren und ist etwas herumgewandert. Wir blieben unten (Lili+Affe=nicht gut) Er war bis zu O Haras Battery , der südlichste und höchste Punkt gelaufen.

Das ist eine Arteleriebatterie die auf die Strasse von Gibraltar gerichtet ist. Die Affen sind natürlich die Herren hier. Die einzigsten wilden Affen Europas.

Eine Legende sagt, solange die Berberaffen über den Upper Rock turnen, solange wird Gibraltar britisch sein.

nicht zum schmusen geeignet
noch einer??

Das zweite interessante ist der Flughafen…die Start und Landebahn kreuzt die Zufahrtsstrasse nach Gibraltar dh wenn ein Flieger kommt/geht werden die Schranken runtergelassen. Die Strasse ist dann gesperrt.

Start

Auch darf eine bestimmte abgesteckte Wasserfläche von Segelbooten dann nicht befahren werden….einmalig in der Welt

Das dritte interessante ist, dass man auf britischen Grund ist.

bekomme die Bilder immer noch nicht gedreht:(

Fish and Chips und lauter Leckereien überall:)) Die Grenze ist aber allerdings recht anstrengend, sehr voll und weil wir mit den Rädern Fahrzeuge sind, mussten wir uns mit den Autos und Motorrädern einreihen…sehr laut und stressig. Dazu gabs jedesmal:) eine Verwahnung, da wir keine Helme dabei hatten(GB ok aber Spanien Helmpflicht) Die Kinder bringen uns demnächst unsere mit

Stadtmauer Gibraltar

Auch ist interessant, dass es hier oft Nebel geben soll. Aufjedenfall bleibt meistens eine Wolke am Felsen hängen. Böse Zungen behaupten, das ist so damit sich die Engländer wohl fühlen.

Ach ja einen interessanten Menschen haben wir auch kennengelernt. Tom, Östereicher und guter Schrauber. Er kam zu uns an Bord um sich eine Undichtigkeit einer Ermeto- Verschraubung(Metallverschraubung an dem Dieselfilter) anzuschauen und nebenbei erfuhren wir von seinem Leben. Seit 5 Jahren hängt er hier fest. Jobt und versucht seine beiden Boote flott zu bekommen. Eine recht schwierige Aufgabe.

Parkplatz

Nun segeln wir nach Estepona. Wir sind gerade um den Felsen herum.

Jetzt können wir Estepona direkt anlegen aber der Wind spielt mit uns…von 3Kn bis 17 Kn ist alles drin…nicht vorhersehbar….mal seitlich dann wieder von vorn. …verückt aber wohl ein bekanntes Phänomen hier.

und wieder landet einer
Kategorien: Logbuch 2019

1 Kommentar

B&B · 19. März 2019 um 13:56

Hallo ihr beiden. Vom Segeln hab ich keine Ahnung, hört sich aber sehr abenteuerlich an. Gibraltar ist bestimmt sehr interessant.
Wir verbringen jetzt die letzten Urlaubstage und am Sonntag sind wir wieder zu Hause. Also,wirklich interessant geschrieben, passt schön auf euch auf. Bis bald
B&B

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